Zwei Kirchen – zwei Konzerte – eine Spielgemeinschaft

SPG D L Probe

DÖTTINGEN / LEIBSTADT (cr) -  Wenn am Samstag, 8. April um 20 Uhr in der Kirche Döttingen und am Sonntag, 9. April um 17 Uhr in der Kirche Leibstadt die Spielgemeinschaft Döttingen – Leibstadt zum ersten Ton ansetzt, liegt eine intensive Zeit hinter den 32 Musizierenden mit Dirigent Markus Hoppe. Was bewegt Männer und Frauen im Alter zwischen 14 und 77 Jahren, sich gemeinsam viele Stunden auf zwei Konzerte in zwei Kirchen vorzubereiten?

Man ist versucht zu sagen: Die blasen anderen gerne den Marsch. Oder: Sie brauchen Geld für die Vereinskassen. Eine Umfrage bei den Musikantinnen, den Musikanten und ihrem Dirigent fördert eine Bandbreite an Meinungen und Haltungen zu Tage. Eine meint, der traditionelle Gospel Cabin in the Corner mache fröhlich und richtig Spass. Dasselbe Stück stellt für einen anderen Musiker eine Knacknuss dar, weil ein Ohrwurm das Einüben gar nicht leichter mache. 

Tollen Sound und eine völlig andere Stilrichtung biete Transformers, die Filmmusik zum gleichnamigen amerikanischen Action- und Sciencefiction Spielfilm von Steve Jablonsky. Hingegen beweise Je t’appartiens, ein Chanson des berühmten französischen Sängers Gilbert Bécaud, wie lässig Musik ohne Computer töne. Das wehmütig-klingende Nightfall in Camp hingegen erinnert eine andere Musikantin an den berühmten Lone Piper der Military Tattoos im Edinburgh Castle.

Mit anderen Musizierenden neue Literatur einzustudieren rege zum Nachdenken darüber an, wie mit eigenen Fähigkeiten und Eigenschaften zur Vollendung eines Werkes beigetragen werden kann. Andererseits brauche es eine verständnisvolle Spielgemeinschaft, um die vielen rhythmischen Einwürfe gut zu meistern.

Den Wert von Blasmusikkonzerten in Kirchenräumen sieht ein Musikant darin, dass trotz mehrheitlich weltlicher Literatur auch Religiöses mitschwinge. Ein anderer schätzt die Offenheit und Zugänglichkeit der Kirchen, die es zulassen, dass Klangerlebnisse in unterhaltendem Stil auch in sakralen Räumen ermöglicht werden. Auf den Punkt bringt es einer der beiden Vereinspräsidenten: I love Jesus but little more brass. Das Programm der beiden Konzerte enthält vier weitere Musikstücke und eine Zugabe. Diese wird von einigen Musikanten als gelungener rockiger Ausklang bezeichnet. Der andere Vereinspräsident formuliert treffend: Jedes Stück hat seinen Reiz, seinen eigenen Charme. Das ganze Programm gefällt mir.

Für Dirigent Markus Hoppe ist es das neunte Kirchenkonzert mit der Musikgesellschaft Döttingen und das zweite mit der Spielgemeinschaft Döttingen-Leibstadt. Welche Bedeutung das Musizieren in Kirchenräumen hat und wie er die Probenarbeit erlebt, kann dem

Interview

Interview mit Markus Hoppe, Dirigent der MG Döttingen und der Spielgemeinschaft Döttingen-Leibstadt

Welche Bedeutung hat das Blasmusizieren in Kirchen für dich?
Kirchen sind für mich besondere Orte. Sie erinnern uns an die Vergangenheit. Gleichzeitig sind sie äussere Symbole der christlichen Werte, nach denen unser Leben in der Gegenwart ausgerichtet ist. Daran erinnere ich mich, wenn ich in einer Kirche bin. Dass dies bei uns so ist, macht mich froh und dankbar. Mit einem Kirchenkonzert können diese Werte unterstrichen und andere Menschen in diese Orte geholt werden in der Hoffnung, ihnen etwas Schönes mit nach Hause geben zu können.

Welche Herausforderungen stellen sich beim Musizieren von Blasmusik in den Kirchenräumen?
Die Gebäude selbst geben akustisch sehr viel her. Musik kann sich entfalten und zu einem besonderen Erlebnis werden. Andererseits ist die Akustik in Kirchenräumen auch die grösste Herausforderung. Wegen des langen Nachhalls sind schnelle Passagen extrem schwierig zu spielen. Es können feine aber auch mächtige Klänge erzeugt werden, die die Zuhörenden auf ganz besondere Weise mitnehmen und beeindrucken. Dafür gilt es, die Dynamik entsprechend anzupassen.

Nach welchen Kriterien wählst du die Literatur für die Kirche aus?
In erster Linie ist es mir wichtig keine Stücke zu spielen, die für die Zuhörenden schwer verständlich sind. Musik soll das Gemüt aufmuntern, die kann auch zum Nachdenken anregen. Gospelmelodien haben es mir besonders angetan. Jesus offenbarte und verkündete frohe Botschaften. Dies möchte ich mit unserer Musik ebenfalls erreichen.

Wie erlebst du den Probebetrieb mit der Spielgemeinschaft?
Zu Beginn der Probephase sind alle gespannt, was auf sie zukommen wird. Alle sind voller Eifer dabei und geben ihr Bestes. Ich kann Spielfreude und Spass feststellen. Diese sind die wichtigsten Voraussetzungen, um gute Konzerte präsentieren zu können. Ein Highlight ist für mich, wenn das gemeinsame Üben Formen annimmt und sich darin meine Vorstellungen der Musik erkennen lassen.

entnommen werden.

Spielgemeinschaft und Dirigent freuen sich auf zwei Konzerte in zwei Kirchen mit vielen Besucherinnen und Besuchern.